Den Rheingau Literatur Preis 2026 erhält der Schriftsteller Lukas Rietzschel für seinen Roman „Sanditz“. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wird in diesem Jahr zum 33. Mal vergeben. Die Auszeichnung ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingauer Rieslings dotiert. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie der Rheingau Musik Festival e.V. stiften je 5.000 Euro des Preises, der vom Relais & Chateaux Hotel Burg Schwarzenstein um 1.111 Euro ergänzt wird. Die erlesenen Weine stammen aus den herausragenden Kellern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Rheingau. hr2-hultur ist Medienpartner des Rheingau Literatur Festivals.
Aus der Jurybegründung: „In seinem Roman ‚Sanditz‘ erzählt Lukas Rietzschel eine Familiengeschichte aus der Lausitz, die fast ein halbes Jahrhundert, von den Siebzigern bis zum Ukraine-Krieg, umfasst. In diesen Zeitraum fallen die gesellschaftlichen Umbrüche in der DDR, die in die Wiedervereinigung mündeten, aber auch die Enttäuschungen, die die aufbruchsbereiten Bewohner der fiktiven Ortschaft Sanditz danach erleben und die daraus resultierende Skepsis gegenüber den Errungenschaften der neuen Epoche. Fokussiert auf drei Generationen der Familie Wenzel, bietet Rietzschel eine exemplarische Studie des Auseinanderfallens einer Gemeinschaft, in der sich ausgehend vom erzählerischen Brennpunkt Sanditz die Atmosphäre des Romans immer mehr erhitzt. Die Tradition der Wenderomane wird dadurch sowohl fortgeschrieben als auch um jene Transformation erweitert, die nach 1990 einsetzte. Rietzschel gelingt ein wahrnehmungsweitendes deutsches Porträt: ausgreifend nach Osten und dabei weit über die deutschen Grenzen hinaus – und über alle Klischees. Seine Wenzels sind Lausitzer Weltbürgerfiguren.“