5. Januar 2022

Das Weinjahr 2021

Das Weinjahr 2021 bei Schloss Johannisberg

Der Start in das Jahr 2021 war überdurchschnittlich nass, bei normalen Temperaturverhältnissen. Wir hatten hochwinterliche Minusgrade vom 7. – 16. Februar, mit Tiefsttemperaturen zwischen -9°C und -11°C. Gefolgt wurde diese Kälteperiode von einem ersten Vorgeschmack auf den Frühling. Ende Februar kletterten die Temperaturen auf über 20°C. Der März bewegte sich konstant auf eher durchschnittlichem Niveau, gefolgt von einem deutlich unterkühlten April und Mai. Dies hatte eine spürbare Auswirkung auf die Rebenentwicklung.
Ein früher Austrieb wie in den letzten Jahren blieb dadurch aus. Er setzte erst Ende April ein, leicht hinter dem langjährigen Mittel und ca. 2 Wochen später als 2020. Das Risiko und die Angst vor Spätfrösten wurden dadurch vermieden. Die darauffolgenden Temperaturen im Mai blieben weiterhin unterkühlt und der Vegetationsrückstand vergrößerte sich erneut.
Im Juni kam dann endlich der Sommer in den Rheingau und die Temperaturen stiegen auf hochsommerliche Werte, anfänglich mit unbeständigem Wetter und teils heftigen Schauerereignissen. Erst die zweite Monatshälfte brachte trockenes Sommerwetter. Dies sollte aber die Einzige trocken-heiße Phase dieses Sommers bleiben. Diese Warmphase ließ die Reben in Rekordtempo sprießen. Man konnte den Reben förmlich beim Wachsen zusehen.
Zum Zeitpunkt Rebblüte herrschten optimale Bedingungen und legten den Grundstein für eine mengenmäßig gute Ernte. Von Ende Juni bis Ende August dominierte dann durchwachsenes und häufig unterkühltes Wetter mit wenig Sonne. Hinzu kamen wiederholte Niederschläge, die höchste Vorsicht bei der Planung des Pflanzenschutzes erforderte. Es waren permanent optimale Infektionsbedingungen für den falschen Mehltau (Peronospora). Kurze Abstände zwischen den Pflanzenschutzmaßnahmen waren zwingend einzuhalten.
Der September sorgte dann für einen versöhnlichen Ausklang des Weinbaujahres. Die warme, überdurchschnittlich sonnige und niederschlagsarme Witterung begünstigte den Reifeverlauf. Der Vegetationsrückstand konnte aber nicht mehr aufgeholt werden und eine späte Lese zeichnete sich ab. Hauptaugenmerk war auf die Gesunderhaltung der Trauben zu legen, die durch die hohen Niederschlagsmengen sehr grossbeerig und kompakt wurden.
Mit dem Lesestart Anfang Oktober stellte sich herbstlich-kühles und zum Teil unbeständiges Wetter ein, welches eine zügige Lese erforderlich machte. An ein Spekulieren und Abwarten war nicht zu denken. Dank einem herausragenden Einsatz von unserem Leseteam konnten wir trotz schwierigen Bedingungen, durch Selektieren, tolle Qualitäten ernten und eine erfreuliche Menge in den Keller bringen.

Abschließend kann man sagen, dass auf drei sehr trockene Jahre ein „normales“ Weinjahr folgte.


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